NGOs und die Korruption

Korruption ist Raub an der Bevölkerung. Korruption stürzt Völker und Staaten in Kriege und Armut. Korruption zerstört die Umwelt und untergräbt die Demokratie. 

Das Netz der Korruption: Von Peter Eigen

Korruption wird gerne als ein Problem bei armen Ländern dargestellt. Aber in Deutschland gibt es kaum eine bestechungsfreie Kommune. Österreich und die Schweiz stehen bei dieser Thematik etwas besser da. In den Chefetagen vieler Konzerne gilt Bestechung noch immer als Kavaliersdelikt. Trotz vollmundiger Absichtserklärungen fehlt in Deutschland bis heute eine effektive politische Kontrolle! 

Beschreibung

Wirtschaftskriminalität und Bananenrepubliken, machen immer mehr Schule. Diese Einschätzung vermittelt Peter Eigen Jahre nachdem er unter dem Eindruck des kenianischen Sumpfes seinen hoch dotierten Job im Direktorium der Weltbank an den Nagel hängte, um der weltweiten Korruption den Kampf anzusagen. Transparency International (TI) nannte er die Organisation, die er mit wenigen Mitstreitern zu diesem Zweck aus der Taufe hob. Anfangs noch als Haufen naiver Weltverbesserer belächelt, dann zunehmend misstrauisch beäugt und schließlich mit offener Feindseligkeit, aber auch viel Solidarität bedacht, hat sich diese NGO, deren Geschichte und Engagement dieses Buch erzählt, zu einer moralischen Instanz höchster Güte gemausert -- mit viel Prominenz und Sektionen in rund 100 Staaten der Erde.

"Korruption bringt weltweit Tod und Verderben", warnt Eigen vor einer Verharmlosung als Kavaliersdelikt. "Sie vernichtet immense volkswirtschaftliche Werte und hindert die Staaten der Dritten Welt in ihrer Entwicklung. Korruption zerstört ehrliche Unternehmen und verzerrt den Wettbewerb, sie beeinflusst die Politik führender Staaten, unterhöhlt die Demokratie und wird von der organisierten Kriminalität und dem Terrorismus benutzt." Westliche Arroganz gegenüber der Bakschisch-Mentalität anderer Kulturkreise hält er für scheinheilig. Darin offenbarten sich auch die Auswüchse des multinationalen Geschäftsgebarens. Nicht einmal 20 unter den Top-1.000-Weltunternehmen leisteten sich ansatzweise Anti-Korruptionskonventionen. Warum auch, wenn wie in Deutschland Schmiergeldzahlungen steuerabzugsfähig sind oder ein Wirtschaftsminister wie Günter Rexrodt das Anliegen von TI aus Sorge um Wettbewerbsnachteile boykottierte, vom Vorbild der affärengeschüttelten Politik ganz zu schweigen.

Doch selbst eine härtere Gangart scheint keine Erfolgsgarantie. So rangieren etwa US-Unternehmen trotz Strafandrohung durch den "Foreign Corrupt Practices Act" von 1977 noch immer mit Abstand auf dem Spitzenplatz des "Corruption Perceptions Index". Dass es solche Erhebungen heute überhaupt gibt, ist eines der großen Verdienste von TI. Der Organisation geht es nämlich weniger darum, Skandale anzuprangern, sondern um die Entwicklung geeigneter Instrumente, mit denen dem System zu Leibe gerückt werden kann. Sie alle werden in diesem lehrreichen Buch vorgestellt, das zugleich eine brauchbare Einführung in die Problematik liefert. FAZ, 25. August 2003 "Eigen argumentiert moralisch konsequent und praxisnah." Weltbank Wirtschaft Wirtschaftskriminalität Korruption Gesellschaft Gesellschaftskritik Bestechung Das Netz der Korruption.

Wie eine weltweite Bewegung gegen Bestechung kämpft (Gebundene Ausgabe) von Peter Eigen Vorwort: Richard von Weizsäcker In deutscher Sprache. 240 Seiten. Bestandsnummer des Verkäufers BN0893